Aushalten, nicht wissen

Aushalten nicht wissen

Gerade in den Tagen die von der Corona–Krise geprägt sind, ist Aushalten und Nichtwissen sehr aktuell. Viele Menschen müssen zu Hause bleiben, dürfen nur noch unter speziellen Bedingungen das Haus verlassen und wissen nicht wie sich die Situation entwickelt. Wie lange geht es noch, bis das Virus unter Kontrolle ist. Wann kommt der Impfstoff. Wie geht es wirtschaftlich weiter. Situationen wie diese kennen wir sonst nur aus dem Fernsehen. Nun müssen wir lernen selber damit umzugehen.

Wenn wir glauben immer Recht zu haben und alles zu Wissen, dann ist das eine grosse Illusion.
Wir nehmen zum Beispiel nur 0,003% von dem was eigentlich zu sehen wäre bewusst wahr. Wir hören bewusst nur 0,4% was eigentlich zu hören wäre. Wir riechen bewusst nur 0.01% aller Gerüche. Trotzdem meinen wir, alles gesehen, gespürt und gerochen zu haben. Wir zimmern uns von den Bruchteilen des Gesehenen, Gehörten und Gerochenen eine Wahrheit, von deren wir so überzeugt sind, dass wir sie mit allen Mitteln zu verteidigen bereit sind. Wir meinen immer wissen und verstehen zu müssen was läuft. Wir können schlecht damit umgehen eine Situation auszuhalten ohne genau zu wissen wie sie ausgeht.

Doch Ungewissheit gehört zum Leben. Das Leben vergibt keine Garantien. Wir müssen lernen diese Aspekte des Lebens zu akzeptieren, anzunehmen und auszuhalten. Wenn wir sie ausgrenzen, so können wir daran zerbrechen.
Wir können jede Krise auch als Chance sehen. Wir können uns fragen, was sie uns in Bezug auf unser Leben sagen möchte. Wir können uns fragen, ob wir bisher zu einseitig gelebt haben, was wir vielleicht in Zukunft mehr beachten sollten. Vielleicht lädt uns die Krise ein um neue Bereiche des Menschseins kennenzulernen.

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